Preisträger Grenzgänger 2017Die Preisträger beim Kultur- und Medienfestival Grenzgänger wurden in der 11. Auflage in verschiedenen Kategorien zum Thema Mundart aus insgesamt 63 Einreichungen ermittelt.

Die Macher stammen aus verschiedenen deutschsprachigen Räumen. Die vier Hauptkategorien waren MundArt im Lokal TV, MundArt auf YouTube, MundArt im Leben und MundArt in Worten.
In letzterer gab es so viele und unterschiedliche Einreichungen, das sich die Jury entschieden hat dort 4 Unterkategorien auszuzeichnen.

Aphorismen, Kurzgeschichten, Gedichte und Lieder wurden eingereicht. Doch die Jury, bestehend aus Elvira Werner, Sandra Richter, Michal Müller, Milos Dvoracek und Thomas Häntsch, war sich einig, das Mundart von vielen auf vielfältige Art festgehalten wurde.

Foto zum Download (Quelle: Christoph Heyden): Foto

Die Preisträger sind:

Kategorie: MundArt im Lokal TV

3. Platz:
wird nicht vergeben

2. Platz:
Celine Wolf und Sebastian Eberlein
Regionalfernsehen Mittelerzgebirge MEF GmbH

Titel: Kinnerguschen – das Beste davon

1. Platz:
Laudatio
Der Beitrag über die verschiedenen Mundarten im fränkischen vereint Wissenswertes mit Unterhaltung. Durch solide Bildführung werden verschiedene Mundartkünstler vorgestellt und die sprachliche Vielfalt sowie Grenzen in den Regionen dargestellt. Den 1.Preis erhält Christoph Röder, TV Oberfranken GmbH & Co.KG, Rehau mit dem Titel: In Oberfranken spricht man fränkisch!


Kategorie: MundArt bei Youtube

3. Platz:
Paul Stephani, Dresden
makiVISUAL

Titel: „Abgewickelt“

2. Platz:
Ramona und Tobias Markstein, Hartenstein
#handaufsERZ

Titel: Frieher wars viel schenner als wie heit!

1. Platz:
Laudatio
Es wird gezeigt, dass die Mundart keine Sprachbarrieren kennt. Durch eine solide bild– und schnitttechnische Arbeit werden verschiedene Personen vorgestellt, die in der Tschechischen Republik Mundart pflegen. Es wurden umfangreiche Dokumentationen angelegt, die alte Dialekte hörbar bewahren und der Nachwelt erhalten. Den 1. Preis erhält die Landesversammlung der deutschen Vereine in der Tschechischen Republik.


Kategorie: MundART in Worten

Aphorismen

Laudatio
Allerhand Ungereimtheiten Kurze Texte in Versform und natürlich in erzgebirgischer Mundart erzählen vom Wechsel der Jahreszeiten, von Eindrücken in der hörbaren Stille in der Natur, aber auch von den Menschen und davon, dass nicht alles heile Welt ist.

Herzlichen Glückwunsch der Preisträgerin Sonja Steiner aus Marienberg OT Rübenau

Gedichte

Die Jury hat für folgende Einreichungen Sachpreise vergeben:

  • Holger Vorberg, Zwönitz
  • Matthias Fritzsch, Zwickau
  • Monika Tietze, Crottendorf
  • Daniel Meyer, Mildenau

1. Platz:

"Eisenbahfahrt"

Laudatio
Das Handy! Fluch und Segen im Alltag! Das Gedicht beschreibt, wie sich die Kommunikation zwischen den Menschen durch den ständigen Gebrauch der Smartphones verändert.
Gut formulierte Gesellschaftskritik. Auch das kann die Mundart, so soll es sein.

Herzlichen Glückwunsch dem Preisträger Frank Mäder, Aue

Kurzgeschichten

2. Platz:

„Gung, vergass dei Hamit net“ Anita Nöbel, Voigtsdorf

1. Platz:

"Fastenzeit"

Laudatio
Die Kurzgeschichte in fast perfekt niedergeschriebener Mundart beschreibt Überfluss und Luxus, in dem viele schwelgen, ohne sich dessen noch bewusst zu sein.
Die Geschichte macht deutlich, dass das mundartliche Schreiben sich in der aktuellen Zeit bewegt.

Herzlichen Glückwunsch der Preisträgerin Mandy Schubert, Scheibenberg


Kategorie: MundArt in Liedern

Laudatio
Ein Lied besticht durch seinen lyrischen Text, der der Mundart eine neue Dimension verleiht. Die Begleitung mit E – Gitarrensound, der mit der Stimme wunderbar harmoniert, macht das Stück zur Ballade in Erzgebirgischer Mundart.

Den Preis erhält Ramona Markstein aus Hartenstein mit dem Lied: "Weißdornhecken – Blues"


Kategorie: MundArt im Leben „Mr sei esu. Mr labn esu. Mr red'n esu.“

Eingereicht wurden folgende Personen für diesen Preis:

  • Heiner Stephani (Olbernhau)
  • Jörg Heinicke (Annaberg Buchholz)
  • Wolfram Olbert (Annaberg-Buchholz)
  • Stefan Gerlach (Zwönitz)
  • Regine Seifert (Zwönitz OT Hormersdorf)
  • Harry Nimtz, (Marienberg OT Kühnhaide)
  • Martina Rüffer (Crottendorf)
  • Romeo Bräuer (Marienberg OT Kühnhaide)

Laudatio
Mundart im Leben Preisträgerin Regine SeifertAltes zu bewahren und an die junge Generation weiterzugeben, getreu dem Satz „Zukunft braucht Herkunft“ war und ist ihr wichtig. Seit den 1970er Jahren hat sie die erzgebirgische Mundart gepflegt und sich ehrenamtlich engagiert. Nur einiges können wir hier nennen:

  • Gründung „Spatzenchor“
  • Mundartsprecherin in Erzgebirgsgruppen wie Walther-Mäd Gornsdorf, Willi-Kaltofen-Gruppe Sehma, Erzgebirgsgruppe Binge Maad Geyer. Seit 2003 ist sie Leiterin ihrer eigenen Gruppe dem „Silberzach'n Trio“ Hormersdorf.
  • Mitglied der Arbeitsgruppe Kultur, Aktiv Mundartpflege, des Folklorezentrums Schneeberg. Eine Berufung dazu erfolgte am 22.4.1987
  • Vorsitzende des EZV Hormersdorf
  • Vorsitzende des EZV Hormersdorf
  • Durch ihre Initiative wurde im Jahr 2000 das Heimatmuseum Hormersdorf eingerichtet
  • Gründung Erzgebirgschor
  • 10 Jahre Leiterin Kulturkreis im Erzgebirgsverein (Hauptverein)
    Bei der Organisation von Mundarttagen und Mundartstammtischen trug sie die Hauptverantwortung
  • Moderatorin in der Stadthalle Chemnitz
  • Mitorganisatorin Jugendkulturtage des Erzgebirgsvereins
  • Erarbeitung Kinderliederbuch des Erzgebirgsvereins „Hier sei mir drham“
  • u.v.m.

Tausenden von Menschen hat sie in den vergangenen 47 Jahren in Veranstaltungen Freude bereitet. In unterschiedlichen Medien, ob Presse, Funk und Fernsehen (MDR) kann man in den Archiven Beiträge über oder mit Regine Seifert finden, besonders im Altkreis Stollberg.

Auf die Preisträgerin ist jederzeit Verlass. Jedes Volksfest in und um Hormersdorf wurde in den vergangenen Jahrzehnten von ihr und ihren Mitstreitern mit ausgestaltet. Mit ihrem Wirken, ihrem Sinn für das Wesentliche und auch mit einer großen Portion Humor ausgestattet, hat sie das Leben in ihrer Kommune lebenswert und schöner gemacht. Und nicht nur dort!

Wer sie in einer ihrer Veranstaltungen erlebt hat, kann bestätigen, dass sie ein „echtes erzgebirgisches Original“ ist.

Regine Seifert erhält den Grenzgänger Preis 2017 für ihr Lebenswerk und ihr umfangreiches und leidenschaftliches Engagement zur Erhaltung und Förderung der erzgebirgischen Mundart und Tradition.

Herzlichen Glückwunsch!

Langsam aber sicher gewinnen die Dialekte wieder Oberhand. Lange Zeit verpönt, haben sie es aber auch heute noch schwer komplett anerkannt zu werden. Zu tief sitzen manche Vorurteile. Zu tief aber auch die Ängste von Eltern und Lehrern, der Dialekt könnte einem Kind später einmal in seiner beruflichen Laufbahn schaden. Doch eine Mundart ist mehr als nur romantisch und folkloristisch. Sie ist unter anderem eine perfekte Eintrittskarte für den Erwerb weiterer Sprachen.

Lassen Sie sich überraschen!

Ausstellung Sproch zen aguggn - Mundart in Bildern
Fotoclub Erzgebirge

Mundart – Mei Laabn
Liedermacher Heiner Stephani Olbernhau,

Zeitraum: 2. November 2017 bis 31. Dezember 2017

Freitag, 3. November 2017

16:00 Uhr ARiS Tagung
Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft der Regionalfernsehveranstalter in Sachsen.
Der ARiS gehören sächsische Lokalsender an.

17:00 Uhr Empfang in der Villa

18:00 Uhr Grenzgänger-Medien-Talk
MundART schlägt global – lokal ist Trumpf

Unsere Talk-Gäste:
Fotograf, Autor, Musiker Thomas Häntsch (Erzgebirge/Niederrhein)
Drechslermeister und Liedermacher Heiner Stephani (Olbernhau)
Journalist, Musiker, Webdesigner, Fotograf und Texter Erwin Lipsky, (Regnitzlosau/Oberfranken),
Michal Müller, Musiker und Zitherdozent (Varnsdorf)
Frank Langer, bekennender Erzgebirger, Geschäftsführer Regionalfernsehen Mittelerzgebirge

Moderation: Nicole Fugmann-Müller, Journalistin

ab 20:00 Uhr MundART SLAM
ein bunter "Wettstreit" um die Gunst des Publikums

Stefan Gerlach mit urigem, bodenständigem, unverwechselbarem Folkrock in erzgebirgischen Farben.
Heiner Stephani und seine Hauskapelle Olbernhau überzeugen durch Traditionspflege und Gemütlichkeit.
De Pascher sind vier Marienberger Jungs, denen die erzgebirgische Mundart wichtig ist.
Franz Bätz, der Sänger und Gitarrist aus Rauenstein in Thüringen spricht Itzgründig.
Das Freie Fränkische Bierorchester wartet mit Augenzwinkern und geballter fränkischer Spielfreude auf.
František Severa aus Nejdek/Rudne (Trinkseiffen) überzeugt mit deutschem Dialekt in Tschechien (Německé dialekty v Česku)
Erzgebilly (Rockabilly) in erzgebirgischer Mundart mit Kontrabass, Pferdeschwanz, Schmalztolle, Petticoat, Bluejeans, Grubenhemd
Mandy Schubert und Matthias Fritzsch sind Mundartautoren der Literatur im Erzgebirge
Thomas Häntsch im Erzgebirge aufgewachsen, jetzt am Niederrhein lebend, ist Aphoristiker, Autor, Musiker und Fotograf

Samstag, 4. November 2017

18:00 Uhr Empfang in der Villa

19:00 Uhr Auszeichnungsveranstaltung „Der Grenzgänger: MundARTliches"
Nicht Oskarflair, aber echt erzgebirgische Gemütlichkeit.

Auszeichnungsveranstaltung „Unser Dorf hat Zukunft“ im Erzgebirgskreis 2017
im Rahmen des 10. Sächsischen Landeswettbewerbes

21:00 Uhr MundArt-Party
Wer zum Samstagabend feiern will, der kommt garantiert nicht um die MundART-Party in der Baldauf Villa herum.
Hier feiern Fernsehmacher, Musiker, Autoren und Gäste seit Jahren gemeinsam und genießen dabei das Ambiente des Jugendstilhauses
Musikalisch für Stimmung sorgt die bayrische Band IRXN mit Celtic-Bavarian Hardfolk - überraschendes von Folkrock über Punk bis Klassik.

Sonntag, 5. November 2017

10:00 Uhr MundART Frühstück
Zur Eröffnung der Fotoauausstellung „Sproch zen aguggn - Mundart in Bildern“ und „Mundart mei Laabn“ mit Liedermacher Heiner Stephani aus Olbernhau spielen „De Ranz‘n“ aus Annaberg urig, erzgebirgische Stimmungsmusik.